Ein Blick auf die historische Entwicklung und den Einsatz von Hunden in der Therapie...


Erstmals wurde in Deutschland eine unterstützende Therapie durch unterschiedliche Tierarten bei Epileptikern gegen Ende des 19. Jahrhunderts angewandt. In den "Von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel" entwickelte sich durch das Engagement der Therapeuten sogar eine Reittherapie.

Erst seit etwa 1960 dokumentierte man den gezielten Einsatz von Hunden als therapeutische Helfer und Begleiter. Dies geschah besonders in England, Amerika und Australien.

1990 gründete sich der erste "Internationale Dachverband für die Erforschung der Mensch - Tier - Beziehung", so dass das Interesse am Einsatz von Therapiebegleithunden auch in den europäischen Ländern wuchs.

Bis heute gibt es leider keine einheitlichen Standards bei der Ausbildung von Therapiebegleithunden.

Immer einiger wird man sich allerdings über den positiven Einfluss, den Tiere auf Menschen haben, so dass die Sparte der tiergestützten Arbeit weiter wächst.



Der Begriff "tiergestützt" ...

Es gibt mehrere Arten der tiergestützte Arbeit, die aber oft fließend ineinander über gehen. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen ausgebildeten Menschen & Hunden und Menschen & Hunden ohne spezifische Ausbildung. Da es bisher noch keine Richtlinien und Standards in Deutschland im Bereich der tiergestützten Arbeit gibt, bezeichnen sich leider auch oft unausgebildete Hund - Mensch - Teams als "tiergestützte Therapeuten".

Im Folgenden finden Sie nun eine Auflistung der unterschiedlichen Bezeichnung tiergestützter Interventionen:


  • tiergestützte Therapie
  • tiergestützte Pädagogik
  • tiergestützte Humanpflege
  • tiergestützte Förderung

Diese Arten der tiergestützten Interventionen vereint die Tatsache, dass das Tier spezifisch vorbereitet und ausgebildet ist und der Mensch einen therapeutischen, pädagogischen oder einen Pflegeberuf erlernt hat und evtl mit Therapeuten zusammen arbeitet. Die Interaktion hat hierbei immer ein definiertes und dokumentiertes Ziel.


  • tiergestützte Aktivität

Bei dieser Art der tiergestützten Arbeit braucht die anwendende Person keine pädagogisch - therapeutisch - tiergestützte Ausbildung. Auch das Tier braucht keine spezifische Ausbildung sondern entspricht bestimmten Wesensvorgaben. Hier ist das Ziel des Einsatzes eine Steigerung des Wohlbefindens sowie das Vermitteln von Freude. Dies kann auch in Zusammenarbeit mit pflegerischen oder therapeutischen Fachkräften geschehen.

 

 

Alle Begriffe der tiergestützten Intervention vereint der Zusatz "-gestützt". Dieser Zusatz verdeutlicht, dass die Tiere nicht etwa der Therapeut sind, sondern ihren jeweiligen Menschen unterstützend begleiten. Nur unter fachlicher Anleitung kann ein Tier sinnvoll in eine Therapie eingebunden werden. Daher wird ein ausgebildeter Hund als Therapiebegleithund bezeichnet.

 

Hierzu passend ein Auszug aus einem Zitat von Inge Röger  - Lakenbrink aus dem Buch "Das Therapiehunde - Team - Ein praktischer Wegweiser":

 

" Therapie(begleit)hunde tragen keinen weißen Kittel, stellen keine Anforderungen und haben keine Erwartungshaltung. Sie nähern sich unvoreingenommen und akzeptieren jeden Menschen ohne Vorurteile. Sie schenken Vertrauen und sind auch vertrauenswürdig. Sie vermitteln Nähe, Sicherheit und Geborgenheit. Sie reagieren sensibel auf Stimmungen und Gefühle. Sie motivieren zum Leben.

 

Sie sind keine Wunderheiler. Sie sind kein Mittel zum Zweck. {...} Sie sind zu schützen.

 

Therapie(begleit)hunde sind die Begleiter von Menschen. Menschen, die sich und ihren Hund ausgebildet haben - zum Therapie(begleit)hunde - Team. {...}"